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n der Ehe läuft nicht mehr alles rund. Die Gewohnheit hat Einzug gehalten und letztlich dafür gesorgt, dass abends immer das gleiche, langweilige Fernsehprogramm angeschaltet wird. Anstelle mit dem Partner am Wochenende etwas zu unternehmen, ertappst du dich dabei, lieber vor dem PC zu sitzen oder dich mit einem Freund zu treffen. Deinem Ehepartner scheint es nicht anders zu gehen. Wie konnte es so weit kommen und was kannst du dagegen tun? Wenn du deinen Ehepartner noch liebst und du die Ehekrise meistern möchtest, dann haben wir hier für dich wertvolle Tipps.

Der Mann - das unbekannte Wesen

Männer sind häufig verschlossen, wenn es um Sorgen und Probleme geht. Sie reden nicht gern über Gefühle, denn noch immer lautet auch auf emotionaler Ebene der Grundsatz »ein Indianer kennt keinen Schmerz«. Wer als Mann über seine Emotionen spricht, hat oft Angst sich zu blamieren. Es sei ein Zeichen von Schwäche, was jedoch Blödsinn ist. In Wirklichkeit ist es ein Zeichen von Stärke. Zudem bereichert es die Partnerschaft. Warum?

Wer nicht über seine Gefühle spricht, denkt über sie oft nicht nach. Sie werden einfach beiseitegeschoben. Doch wer dies tut, provoziert langfristig Beziehungsprobleme. Wenn du nicht weißt, was du möchtest und was dir in der Ehe Sorgen bereitet, kannst du dein Handeln nicht ändern. Somit ändert sich die Ehe nicht zum Besseren und kann sogar scheitern.

Du musst bedenken, dass eine Beziehung kein fester Zustand ist. Ihr Beide seid lebende Personen mit eigenen Wünschen, Ängsten und Gedanken. Mit den Jahren verändern sich ganz von allein Einstellungen zum Leben, was normal und gesund ist. Wer sich darüber jedoch mit seinem Partner nicht austauscht, geht das Risiko ein, sich von ihm zu entfremden.

Ein profanes Beispiel: Als du deinen Partner kennengelernt hast, war er verrückt nach Aerobic. Dreimal die Woche wurde sich im Studio ausgetobt. Jetzt geht dein Partner immer noch ins Studio, aber weißt du, welchen Kurs er Jahre nach eurem Kennenlernen belegt? Dieses Beispiel kannst du auch auf wichtigere Bereiche im Leben übertragen. Und noch etwas: Weiß dein Partner um deine Vorlieben? Weiß dein Partner, in welchen Lebensfragen du deine Einstellung geändert hast? Weißt du das überhaupt über dich selbst?

Im Grunde bauen sich folgende Tipps auf einer Basis auf: Bleib mit dir selbst und deinem Partner im Gespräch.

Tipp 1: Vergiss die Macho-Ratschläge

In antiquierten Männermagazinen mögen vermeintlich tolle Ratschläge zu lesen sein, wie du als Mann die Beziehung retten kannst. Darunter finden sich so pubertäre Spiele wie »Mach sie durch ein Flirten mit einer anderen Frau eifersüchtig« oder »Zeig ihr, was für ein starkes Alpha-Männchen du bist«. In Einzelfällen mag so etwas ziehen, aber sicherlich nicht in den meisten Fällen.

Das Spiel mit der Eifersucht beispielsweise ist brandgefährlich. Schnell kann es nach hinten losgehen und du bist deinen Partner los. Bezüglich des Alpha-Männchens ist zu sagen, dass dein Partner dich aus guten Gründen geheiratet hat. Er weiß um deine Qualitäten. Nach fünf oder fünfzehn Jahren Ehe erwartet dein Partner nicht, dass du auf einmal eine neue Persönlichkeit hast. Stattdessen solltest du deinen Ehepartner fragen, was er an dir liebt und genau das baust du aus.

Tipp 3: Konzentriere dich auf ihre Wünsche

Happy wife, happy life. In dem altbekannten Spruch steckt Wahrheit. Wenn dein Partner glücklich ist, bist auch du glücklich. Daher solltest du ihn fragen, was er sich vom Leben wünscht - im Kleinen wie im Großen. Nimm nicht einfach an, dass deiner Gattin ein hohes Einkommen bei dir wichtiger ist als mehr Freizeit mit dir. Frag nach! Geh auch nicht davon aus, dass sie immer nur Sushi bestellen möchte. Frag nach. Manchmal hat sie vielleicht auch Lust auf einen Hamburger.

Tipp 4: Tu, was dir gut tut und teile es mit ihr

Überlege genau, was dir gut tut. Möchtest du am Wochenende gern Bundesliga gucken, aber traust dich nicht, was zu sagen, weil Du keinen Streit provozieren willst? Das ist dumm. So baust du nur eine Unzufriedenheit auf, die sich irgendwann entladen wird. Dein Gegenüber weiß dann gar nicht warum und du vermutlich auch nicht. Wenn dein Partner kein Bundesligafan ist und über Fußball die Nase rümpft, dann erklär, warum dir diese Sportart so wichtig ist. Vielleicht wird deine Ehefrau so auch noch zum Fußballfan. Gleiches zählt natürlich für andere Hobbys wie Radfahren, Hundesport usw.

Tipp 5: Nichts vorspielen und besser authentisch sein

In der Kennenlernphase beschönigen insbesondere Männer so einiges. Ihr Job wirkt verantwortungsvoller als er ist und es wird gern Interesse für Dinge vorgegaukelt, die ihn eigentlich kalt lassen. In einer Partnerschaft ist solch ein Verhalten kontraproduktiv. Wichtig ist, dass du authentisch bist. Du kannst dich natürlich bemühen, dich auch für Hobbys und Interesse von ihr zu begeistern, aber alles hat seine Grenzen. Dein Lügen wird deine Ehefrau auf lange Sicht nur verletzen. Besser ist es, wenn ihr euch gemeinsam ein neues Hobby sucht, was beide begeistert.

Tipp 6: Kein »Fremdschauen«

Einer erwachsenen Frau ist klar, dass ihr Mann schöne, andere Frauen wahrnehmen wird. Das bedeutet allerdings nicht, dass du andere Damen zu intensiv anschaust. Guck ihnen nicht nach, fall mit den Augen in kein fremdes Dekolleté und mach keine anderen Frauen an. Solch ein Verhalten ist verachtenswert und für sie verletzend.

Als Anregung: Schön ist, wenn beide die Vorzüge an einem schönen Exemplar der menschlichen Rasse offen würdigen können, ohne damit etwas anderes als Bewunderung für die Schönheit der Natur zu verbinden. Konzentrier dich dann wieder auf deinen Ehepartner und die Welt ist in Ordnung.

Tipp 7: Kontrolliere sie nicht

Einige Männer haben ein großes Problem mit der Eifersucht. Sie könnten jeden Mann in der Luft zerreißen, der ihre Frau auch nur anschaut. Einige Damen mögen dies zu Beginn einer Partnerschaft schmeichelhaft finden, aber auf Dauer ist dieses Verhalten belastend. Es offenbart, dass du deiner Partnerin nicht zu 100 % vertraust. Wenn du das nämlich tun würdest, dann wüsstest du, dass sie jeden Anmachversuch ablehnen wird.

Ernsthafte Beziehungsprobleme ernsthaft lösen

Die oben genannten Tipps können dir dabei helfen, eine kleine Ehekrise zu meistern. Selbstverständlich muss dein Ehepartner dafür bereit sein, denn ansonsten bringt der beste Tipp nichts. Darüber hinaus ist es wichtig, die Art der Probleme zu analysieren. Handelt es sich um größere Schwierigkeiten, ist mehr Arbeit an der Partnerschaft erforderlich. Sie entstehen nämlich nicht über Nacht, sondern reifen. In der Regel ist das innere Beziehungsbild dafür verantwortlich. So adaptieren wir oft unbewusst das Verhalten unserer Eltern, was Probleme verursachen kann. Im Zweifelsfall müssen du und dein Partner sich selbst detailliert analysieren. Welches Rollenbild nehmt ihr ein? Wie wollt ihr euch unterbewusst Zuneigung und Liebe vom anderen sichern? Fragen wie diese beantworten sich nicht innerhalb eines Gesprächs. Eine intensivere Auseinandersetzung miteinander ist dann gefragt, um die Beziehung zu retten.

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Photo by Anthony Tori on Unsplash

Publiziert am 
Dec 18, 2020
 in Kategorie:
Beziehungen

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